Högis Cyberspace

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In der letzten Zeit scheint das ja ein großes Thema zu sein: Wahlverweigerung.

Mal ganz ehrlich: Wer von uns hat nicht schon gedacht "ändert es wirklich was?" - und einsehen müssen: Grundlegendes wird sich nicht ändern.

Muss es aber auch vielleicht gar nicht, denn Demokratie soll ja Evolution, nicht Revolution bewirken.

Die Bayernwahl

Ja, sie haben bereits gewählt dieses Jahr - die Bayern. Und es gibt durchaus einige recht unterschiedliche Aspekte aus deren Ausgang:

  1. Die schlechte Nachricht: Populismus lohnt sich - Horst Seehofer hat es geschafft, mit faulen Versprechen und Appelieren an niedere Instinkte - also glattem Stammtischniveau - fast die Hälfte der Wählerstimmen zu holen. Eine Tatsache, die ich eher erschreckend als beachtlich finde.
  2. Die gute Nachricht: Wahlen können immerhin etwas ändern - die Bayern wollten es halt so, und es hat sich immerhin in der Wahlurne etwas bewegt

Und mal ganz ehrlich: Bayern ist nicht Deutschland - da hat der arroganteste Volksstamm nördlich der Alpen ganz in der Manier "mir san mir" gewählt.

Und dass die Mauscheleien der CSU sich nicht zum Nachteil für Seehofer ausgewirkt haben - das ist nun wirklich eine Spezialität aller Südländer. Ist es nicht so, dass die - stark katholisch bzw. orthodox geprägten - Länder der südlichen EU (Spanien, Italien, Portugal, Griechenland) ebensowenig Probleme damit haben, korrupte Politiker immer wieder an ihre Spitze zu wählen? Das "Südland" Bayern liegt da doch voll im Trend.

Also doch wählen morgen?

Es kann also im Bund noch ganz anders kommen - zumindest besteht doch durchaus die Hoffnung, dass unserer Finanz- und Großindustrie ihre handzahmsten Lobbyisten wegbrechen.

Also: Wählen gehen, man kann vielleicht das Schlimmste verhindern.

Barak Obama, Friedensnobelpreisträger und amerikanischer Präsident, hat die Drohnenangriffe in der ganzen Welt während seiner Amtszeit noch verstärkt. Sie glauben das nicht? Es ist traurige Wahrheit.

In der Dokumentation "Töten per Joystick" werden die "Schattenseiten" dieser technischen Revolution dargelegt - braucht es das überhaupt? Ich meine, muss man über die Eigenarten einer solchen Kriegsführung überhaupt diskutieren.

Wir leben in einem Land, das die Grundlagen für solche Techniken gelegt hat - in den vierziger Jahren in Peenemünde. Damals hießen sie "Vergeltungswaffen" und haben einem - aus heutiger Sicht - größenwahnsinnigen und mörderischen Regime gedient. Wie größenwahnsinnig sind wir denn heute, bzw. die Leute, die so etwas anweisen und gutheißen - und auch noch mit dem Friedensnobelpreis belohnt werden. Wie verrückt ist diese Welt?

Stellen Sie sich mal folgende Situation vor: Wir haben vor einigen Wochen ein wundervolles Sommerfest gefeiert - über 90 Leute in unserem Garten, bei schönstem Wetter, mit handgemachter Musik und vielen anregenden Gesprächen. Nehmen wir mal an, ein Nachbar wäre nicht eingeladen worden, weil er eh nicht kommt und seit Jahren Streit wegen jeder Kleinigkeit sucht, sei es ein rüberwachsender Ast oder sonstwas. Nehmen wir ferner an, dieser Nachbar wäre ein solcher Misanthrop, dass er mit keinem seiner Nachbarn auskommt. Ein Depp is immer, sagt der Volksmund hier.

Stellen wir uns nun mal vor, wir hätten in Afghanistan gefeiert, und eben dieser Nachbar wäre zufällig auf das Angebot der Amerikaner eingegangen, sich als Spion für sie gegen gute Dollars zu verdingen.

Der größte Schuft im ganzen Land, ist und bleibt der Denunziant - auch das Volksmund. Sind also alles Ehrenmänner, die so etwas tun, ist ja klar. Genau diese Qualität haben wohl die meisten Informationen, auf denen die Zielauswahl für die Drohnenangriffe basiert.

Nehmen wir also an, dieser Nachbar hätte uns als Talibankrieger angeschwärzt. Vielleicht kennt er ja diese Seite mit ihrem ungebührlichen Inhalt? Und leiden kann er uns eh nicht. Da die Amerikaner jetzt wissen, dass an diesem Abend ein Treffen von Talibankriegern stattfindet, wären wir auf der Todesliste gelandet - und aus der Geburtstagsfeier wäre ein Blutbad geworden.

Was wären die Folgen?

  • Bis auf besagten Denunzianten hätten alle vernünftig denkenden Menschen einen abgrundtiefen Hass auf Amerika
  • Junge Leute würden in den bewaffneten Widerstand gehen
  • Tatsächliche oder vermeintliche Denunzianten würden gelyncht werden
  • Unser Land würde in den Bürgerkrieg abrutschen - oder ein bestehender Bürgerkrieg würde perpetuiert.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass kluge Menschen wie Herr Obama sich das nicht vorstellen können. Es muss also in ihrem Interesse sein - oder Herr Obama ist dermaßen im Würgegriff seiner Waffenlobby, dass er eben den Drohnenkrieg als "kleineres Übel" durchzieht.

Und bei so einer Sache sehen wir nicht nur zu, sondern wollen jetzt auch noch dieselbe Technik für die Bundeswehr anschaffen! Der Bürger in Uniform legt von - meinetwegen Diepholz - aus Talibankrieger in Afghanistan um, nebst Frauen und Kindern?

Wäre doch ein geiler Job für die Freaks von der NSU, sind die wenigstens von der Straße weg. 

Ganz ehrlich: Wenn wir so weitermachen, können wir unsere 60 Jahre Frieden bald vergessen. Aber das löst ja dann nebenbei die Finanzkrise - es gibt endlich wieder was aufzubauen!

Frontal 21 Bericht

Wikipedia: Drohnenangriffe auf Pakistan

Angriff aus Apache Helikopter

Das bekannte Wikileaks-Video zum Thema "Kollateralschaden"

 

Gestern wurde in einer populärwissenschaftlichen Sendung (mit Frank Schätzing, wie heißt sie noch?) mal wieder etwas Erhellendes berichtet: Die Veränderungen der Meeresfauna war das Thema.

Am Beispiel einer - ehemaligen - Biolachsfarm in Irland, die von einem Quallenschwarm vernichtet wurde, wurden die Quallen als Gewinner des Klimawandels dargestellt. Viele Forscher sprechen sogar von einem herannahenden "Zeitalter der Quallen".

Wer schon mal in der Ostsee mit dem Segelboot unterwegs war, kennt das wahrscheinlich.

Eine der Hauptursachen ist, dass wir - der Homo Sapiens - die wichtigsten Freßfeinde und Nahrungskonkurrenten wegfischen und damit ideale Bedingungen schaffen.

Quallen zeichnen sich also durch folgendes aus:

  • sie sind glibberig und nicht zu packen,
  • sie treiben mit der Strömung,
  • sie profitieren von der Schwäche ihrer Gegner und Konkurrenten,
  • sie können sehr giftig sein und nicht zuletzt:
  • sie können großen Schaden anrichten

Na, an wen denkt der geneigte Leser hier ganz spontan: Richtig, liest sich das nicht wie ein Kompendium der wesentlichsten Eigenschaften unserer geliebten Kanzlerin, Frau Merkel? Doch!

Da kann ich aber nur vor den Spätfolgen warnen: Ich habe heute noch ein Brandmal am Bein von einer einzigen Quallenberührung - vor zwanzig Jahren...

Aber es wird nichts nützen - das Zeitalter der Quallen ist da!

 

Gestern konnte man im Fernsehen elsässische Bauern über ihren Niedergang - nicht mehr konkurrenzfähig, zu teuer - klagen sehen. Ursache dafür nicht irgendeine Naturkatastrophe oder der klamme Frühling, sondern der Mindestlohn. Zwar seien die 9,35€ nicht eben übertrieben - rund 1500 Euro für einen Vollzeitjob in Hitze, Kälte, Regen - aber auf der deutschen Seite des Rheintals würde eben mit osteuropäischen Billigkräften für zwei Drittel des Lohns gearbeitet.

Gut, das war in einer dieser linken Jammermagazine - Monitor - die wahrscheinlich nur noch existieren, weil sie heimlich das verschwundene SED-Vermögen verprassen. Oder so.

Einmal umschalten, und da wird dann verkündet, dass Schwarz-Gelb tatsächlich wieder die Mehrheit hätte bei der - zugegeben ziemlich schwachsinnigen, aber eben auch nicht ganz substanzlosen Sonntagsfrage.

Merkel 40 Prozent - weil sie das schwankende Schiff BRD mit solcher Weitsicht und Weisheit unaufgeregt durch die brausenden Wogen der Eurokrise geschippert hat. Weil es "Deutschland so gut geht". Wow!

Es stimmt: Wir hatten lange nicht so wenige Arbeitslose. Statistisch zumindest, denn da zählen die Aufstocker[1] ja nicht mit, und die in irgendwelchen Maßnahmen geparkten auch nicht. Und noch ein paar mehr: Die durch private Arbeitsvermittler betreuten (privat ist ja eh immer besser), die über 58-jährigen, die seit über einem Jahr keine Arbeitsstelle angeboten bekommen haben (na wer das wohl ist?), Ein-Euro-Jobber usw. 

Und außerdem liegt eh alles, was nicht so gut läuft, an der Überalterung, so wie es uns irgendwelche Miß-Felder-Geburten und ähnliche Krawattenhalter vorflöten. Teile und herrsche! Wir hetzen die Jungen auf die Alten, dann merken die nicht, wo ihr Geld wirklich geblieben ist!

Weitsicht und Weisheit: Mal ehrlich, ist es wirklich das, was ausgerechnet diese Kanzlerin auszeichnet? Mein Eindruck ist: Sie besitzt die unglaubliche Gabe, es genau so aussehen zu lassen. Eine gleichsam göttliche Gabe, oder gleich "die Gabe des Göttlichen".

In Wirklichkeit leben wir auf dünnem Eis, indem wir einfach den grauen Eminenzen der Wirtschaft und ihren sogenannten "Weisen" (sowas ähnliches hatten die Herrscher früher auch, da hießen sie Astrologen) und ihren Einflüsterungen folgen. Und alles, was irgendwie klappt oder so aussieht, hat Mutti Merkel weise gedeihen lassen. Und alles, was nicht so gut aussieht, hat irgendein anderer Depp verbockt. Da kann die alte Tante SPD aus den Zeiten der großen Koalition ein Lied von singen.

Wenn die Merkel das gewußt hätte! Irgendwie kommt mir der Satz so bekannt vor...

Wer von uns hätte gedacht, dass wir mal in einem Billiglohnland leben würden? Wie lange geht das gut, dass die stärkste Wirtschaftsmacht Europas diesen Kurs fährt. Was passiert, wenn wir die anderen - die unseren Scheiß seither gekauft haben mit ihren steigenden Löhnen - im Zuge der Eurokrise den Bach runter gehen (in Griechenland werden wir so schnell kein U-Boot mehr los)? Wenn wir die vollends an die Wand gespielt haben? OK, in Frankreich kann das den Konservativen ja nur recht sein, wenn die linke Regierung an die Wand fährt. Wo ja der liebe Sarko jetzt Privatier ist, was ein Jammer.

Ist das weise?

Wir können uns auf eins verlassen: Solange diese Kanzlerin regiert, wird jede gute Idee als Fußnote enden. Wollen wir wetten, wann die Energiewende an die Wand fährt? Wir werden es erleben - müssen. Wir werden irgendwie durchkommen, und das liegt dann vielleicht daran, dass im Kleinen viele vernünftige Menschen doch positiv gewirkt haben. Trotz unserer Politikdarsteller, nicht wegen!

Und genau da liegt meine Hoffnung:  Während unser Staatsfisch - bildlich gesprochen - vom Kopf her stinkt, gibt es noch genügend anständige, ehrliche und am Gemeinwohl orientierte Menschen in dieser Gesellschaft, die den Dreck rechtzeitig zusammenfegen, bevor uns wieder ein neues 33 blüht. Ich kenne einfach zu viele solche Menschen, es kann nicht nur Idioten geben in unserem Land.

Aber anscheinend eine ganze Menge...


 

[1] Aufstocker: Diejenigen, deren Gehalt niedriger als Hartz IV ausfällt und die dann Hartz IV auch beziehen - man darf annehmen, dass es hier eine große Dunkelziffer gibt von Leuten, die das aus Scham oder Stolz nicht tun. Laut "Geldidee" waren das 2007 schon 1,3 Millionen, laut Wikipedia 2010 über 1,4 Millionen)

Nachdem die Vertreter türkischer Zeitungen ja anscheinend zu langsam waren, um einen Platz im Gerichtssaal zu ergattern, hat jetzt das OLG München endgültig eine Übertragung des Prozesses per Video in einen Nachbarsaal abgelehnt. Ich hatte übrigens in einem früheren Artikel die Abkürzung falsch interpretiert - es heißt "Nationalsozialistischer Untergrund", nicht "Nationalsozialistische Union". Hätte aber auch gut gepasst, finde ich.

Ausgerechnet Siegfried Kauder hat das mit dem Persönlichkeitsrecht der Angeklagten Beate Zschäpe begründet. Jener Siegfried Kauder, der mir noch gut mit den Worten "Es gibt in Deutschland keine bestechlichen Abgeordneten" im Ohr liegt.

Angetan mit Schickimicki-Anzug und Fliege, die Nase kurz vor der Zimmerdecke, hat er damals (in der Diskussion um Abgeordneten-Bestechlichkeit - das war April 2011, fast zwei Jahre, in denen übrigens, soweit ich weiß, nichts geschehen ist...) mit diesen Worten die Nachfragen von Journalisten abgebügelt.

Wie schön, dass dieser korrupte Mensch wenigstens ein Herz für die wirklich Verfolgten in unserer Gesellschaft hat...

Jedenfalls hoffen wir, dass wenigstens die "Deutsche Nationalzeitung" einen angemessenen Platz bekommen hat.

Übrigens:

Ich wollte grade mal nachsehen, was für rechtsradikale Zeitungen es in der BRD gibt. Wenn man in Google nach "rechtsradikale zeitschriften in deutschland" sucht, bekommt man dieses Ergebnis:

rechtsradikale zeitschriften in deutschland

Na, da bin ich ja erleichtert! Gibt es ja gar keine solchen Zeitschriften hier!

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