Högis Cyberspace

Gerhard Höger-Hansens private Website

Ebay hat offensichtlich damit zu kämpfen, dass die 10% Marge, die sich die Plattform nimmt (ich weiß gar nicht, ob das mal weniger war? Mir ist irgendwie so... aber naja, wird halt alles teurer) die Kreativität der Anwender herausfordert.

Ich verkaufe gerade einen Transponder aus meinem Flugzeugabenteuer, den ich wohl nicht mehr brauchen werde. Dann fragte einer nach einer Sofortkauf-Option, die habe ich eingestellt. Als nächstes kam dann die Mail:

Hallo!
Bei einem Verkauf von 800€ über Ebay zahlen Sie eine recht hohe Provision. Ich überweise Ihnen dann 600€, Sie schicken das Gerät zu und Sie haben mit nichts am Hut?
MfG

Die Versuchung ist schon groß, aber irgenwie wird die Welt nicht besser, wenn alle unfair handeln - also versuchte ich folgende Antwort:

Hallo xxxx,

Sie mögen mich für altmodisch halten, aber ohne Ebay hätten wir nie zueinander gefunden. 
Wenn ich also über so eine Plattform verkaufen will, sollte ich fair bleiben 
und die Bedingungen akzeptieren.
Selbst wenn Ebay wie manche anderen Halsabschneider zuwenig Steuern zahlt, 
habe ich trotzdem noch keine Lust, ebenso lax mit meinen Obliegenheiten umzugehen.

Sprach's und wollte es senden, worauf Ebay sich beklagte:

Ist das nicht putzig: Das unmoralische Angebot geht durch, die Ablehnung wird blockiert. Sieht man mal wieder, wie doof Computer sind!

Dann eben so:

Hallo xxxx,
Ich wollte es umfänglicher begründen, aber dann blockiert Ebay meine Antwort. Putzig!
Daher also danke für das Angebot, ich möchte aber davon Abstand nehmen.
Viele Grüße,
...

Da hat doch wieder mal jemand gewagt, Kirche zu verspotten - und prompt kuscht unser öffentlicher Rundfunk.

Im Spiegel wurde darüber berichtet: Spiegel-Artikel

Mir fehlt grade die Zeit, mehr dazu zu schreiben, interessant ist aber eine recht differenzierte Darstellung im Cicero:

Cicero zur Zensur des Kebekus-Videos 

und sehr interessant sind die Kommentare zu diesem Artikel  (man nmuß am Ende des Artikels auf "Kommentare" klicken):

Artikel im Pro-Medienmagazin mit Kommentaren

Man kann sicher streiten über das Filmchen, aber wie sehr sich ausgerechnet die Piusbrüder aufblasen, finde ich schon bemerkenswert.

Aber nur weiter so - wie schön es in religiös geprägten Gesellschaften ist, kann man gut sehen in Nigeria, Teilen Amerikas, Naher Osten, Libyen, Iran, Irak, Indonesien, .... und bald auch Syrien. Alles total friedlich da. Und echt "tollerant", wie einer der Kommentatoren einfordert. Toll!

Am ehesten trifft's wohl eine Anmerkung, dass das Ganze - auch - ein PR-Gag war. Und genau das ist das Traurige: Sehr vielen Menschen fehlt wohl die Gelassenheit, mit solchen Dingen umzugehen. Na dann wird das Video halt ein richtiger Erfolg - ohne den WDR. Ich jedenfalls hätte es ansonsten nicht mitbekommen...

Ich habe heute bei der Heimfahrt von einem geschäftlichen Termin Deutschlandfunk gehört.

In der Forschungssendung wurde dann mitgeteilt, dass amerikanische Wissenschaftler das Verhalten von Kindern im Alter zwischen drei und zehn Jahren untersucht hätten, wenn es um das Teilen ging.

Interessanterweise mussten die Kleinen einmal schildern, wie sie sich verhalten sollten, dann wie sie sich verhalten würden, und dann mussten sie noch im "Feldversuch" beweisen, wie sie sich tatsächlich verhalten. Als Versuchsobjekt wurden, soweit ich mich entsinnen kann, die bei Kindern sehr beliebten Sammelbildchen verwendet.

Das Ergebnis:

  • bereits mit drei Jahren wußten die Kinder, dass es richtig wäre, gerecht zu teilen. In der Praxis haben sie aber kräftig geschummelt.
  • erst ab ungefähr acht Jahren setzte sich bei den meisten Kleinen die Erkenntnis durch, dass man, wenn man bescheißt, auch mal schnell der Beschissene sein kann und es vielleicht doch besser ist, direkt gerecht zu teilen.

AHA!

Was ich schon immer geahnt habe:

  • Manager, Banker und übriges BWL-Geschmeiß bewegt sich auf dem geistigen Niveau von Fünfjährigen
  • Die Börse ist nichts als ein Kindergarten

Ein Hoch auf die Wissenschaft!

Wie sang doch Herbi Grölemeyer: Kinder an die Macht...

Sie hieß Sabine. Sabine K.... Und sie hatte irgendwie das seltsamste Lächeln der Welt.

Es muss 1992 oder 1993 gewesen sein, als ich im Herbst von einer Computermesse in München nach Stuttgart zurückfuhr. Die Bundesbahn hatte die neuen ICE noch mit Stolz, und man wußte noch nicht, was passiert, wenn man so ein modernes Transportmittelwunder an einer Brücke zusammenfaltet.

Auch gab es noch mehr Abteile als heute, wo fast nur noch der hühnerstangengleiche Reih- und Glied-Transport autistisch in ihr Smartphone vertiefter, paarweise aufgereihter Passagiere den von der Wagenhülle bereitgestellten Raum füllt.

So kam es, dass ich in einem Abteil mit sechs Plätzen saß, akustisch wie räumlich vom übrigen Geschehen etwas abgetrennt. Der Zug war voll, denn die Messe war damals gut besucht. Daher waren wir zu sechst, sechs Mitreisende, die Atmosphäre entspannt, die Systems (genau, so hieß die Messe, es gibt sie gar nicht mehr!) war damals im Kommen und alles neu und spannend.

Ich war damals, als Schwabe, bereits in Sachsen gelandet, zumindest überwiegend dort tätig, und irgendwie kam das Gespräch im Abteil auf die Wiedervereinigung und "was machen Sie denn so?", und letztlich auf: Dialekte.

Ich mag Dialekte, mir gefiel damals besonders das Sächsische "Nu?" und einige der Idiome hatte ich mir angeeignet und gab sie gut gelaunt zum Besten. Da wir auf dem Weg von Bayern nach Württemberg waren, entspann sich ein angeregtes Gespräch mit allerlei Einsprengseln und Zitaten aus Sächsisch, Schwäbisch und Bayerisch.

Ich saß am Gang, und es gab draussen eh nichts zu sehen, weil es bereits dunkel war. Es war Herbst.

Mir gegenüber saß eine Frau, ein bißchen jünger als ich (ich war auch nicht mal dreißig), und mir war während des Gesprächs schon ihr Mund aufgefallen. Ein sehr schöner Mund, davon abgesehen, wie überhaupt das ganze Wesen eine aparte Erscheinung war. Aber der Mund war doch ganz besonders. Anfangs nicht beteiligt am Gespräch der Mitreisenden - sie las - mußte sie hin und wieder doch lächeln und mir fiel auf, dass dabei die Mitte ihrer Lippen geschlossen blieb, während den Mundwinklen zu ihre Zähne durchblitzten. Ich glaube, ich habe mich insgeheim gefragt, wie sie das macht.

Irgendwann fiel sie in das Gespräch ein, und sie war Saarländerin! Noch ein Dialekt, und so wurde das Gespräch noch einmal angeregt und bereichert.

Es kommt aber der Punkt, da sind die zündendsten Anekdoten ausgetauscht und die witzigsten sprachlichen Idiome zitiert, und das Gespräch flaut ab. So auch hier, ein freundliches Nicken, manches Buch wurde wieder gezückt, und es wurde ruhiger im Abteil. Ich hatte irgendwie Hunger und fragte gerade heraus, ob die Dame, von deren Mund ich nur mühsam meinen Blick abwenden konnte, vielleicht mit zum Speisewagen wolle?

So kam es, dass ich mit einer saarländischen, schönen Frau aus St. Wendel ("woher wissen Sie denn, wo St. Wendel ist?" - "unser Semestersprecher an der FH kam daher!") im Speisewagen zwischen München und Stuttgart Tomatensuppe schlürfen durfte. Ich erfuhr, dass sie Biochemikerin war und sich mit der Analyse von Abwässern beschäftigte.Wir lachten herzlich über mein Bonmot vom "Kacke kochen". Sie hatte wohl einen Kongress in München besucht, und war jetzt auf dem Rückweg, wie ich. Als der Zug in Stuttgart ankam, mußte ich aussteigen, und wir tauschten Kärtchen aus (oder haben wir Adressen notiert? Ich weiß es nicht mehr).

Ich muss mich wohl Hals über Kopf verliebt haben, denn ich erinnere mich noch, dass ich noch mindestens eine Stunde durch die Gegend gefahren bin und immer diesen Mund und die Stimme vor Augen und Ohren hatte. Aber schließlich war ich verheiratet, Vater zweier Kinder usw usf... man muss sich ja auch beherrschen können.

Zurück in Sachsen (ich war damals noch Wochenpendler), habe ich ihr irgendwann geschrieben. Im Frühjahr darauf kam ein Brief mit dem offiziellen Briefkopf ihres Instituts, dort stand sinngemäß

"Hallo lieber Herr Höger-Hansen, das Frühjahr ist da! Ist das nicht wunderschön? Viele herzliche Grüße aus dem Saarland..."

Was wohl aus meinem Leben geworden wäre, wenn ich einfach ins Saarland gefahren wäre? Hätte ich alles hingeschmissen? War sie überhaupt liiert? Man wird es nie wissen, und ich habe nie mehr etwas von ihr gehört.

Sie hieß Sabine. Sabine K.... Und sie hatte irgendwie das seltsamste Lächeln der Welt.

 

Nein, nicht der Rasen, das Rasen...

Am vergangen Samstag ist wieder mal einer der unnötigen Unfälle passiert, wie wir sie leider häufig vor allem an Wochenenden beobachten können.

Ein polnischer LKW-Fahrer überquerte die Fahrbahn (was er ohne Zweifel nicht darf), und hat dabei wohl den im dunkeln "mit hoher Geschwindigkeit" nahenden Passat falsch eingeschätzt.

So sieht das dann aus:

 

 Unfall-Gütersloh

Man kann sich vorstellen, was da von einem Menschen übrigbleibt.

Eine Frage, die hier keiner stellt: Tut es Not, und ist es angemessen, bei Dunkelheit "mit hoher Geschwindigkeit" zu fahren?

Liebe Raser, ich weiß, es ist ja so schön kuschelig leise in den heutigen Autos und Schumi kann's ja auch, aber wer weiter fährt als seine Scheinwerfer sehen können, handelt fahrlässig!!

Wer ein bißchen Physik kennt weiß, die Aufprallenergie ist mit 200 km/h eben viermal so hoch wie mit 100 km/h!

Die Insassen des PKW haben übrigens sicher auch Kopfschmerzen und ein Reh wirkt genauso wie ein polnischer LKW-Fahrer...

Und manchmal stehen bzw. fahren noch andere Hindernisse, wie neulich in der Nähe von Minden. Da sah das Ergebnis dann so aus:

Unfall-bei-Herford

Also:

Wer rast, sollte absolut bei der Sache sein und nie vergessen, dass wir mehr als eine Tonne durch die Gegend schieben, die andere das Leben kosten kann, und unsere ach so tolle passive Sicherheit kapituliert bei zuviel Energie eben auch.

Fazit:

Rasen im Dunkeln ist doof. Punkt.